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Serie „Black Hat SEO“ – Folge 3: Cloaking

In unserer Serie über die „Black Hat SEO“ Techniken möchten wir Sie über die wichtigsten und verbreitetsten Techniken der „unethischen“ Suchmaschinenoptimierung aufklären. Heute geht es um das so genannte Cloaking, einer bereits seit der Anfangszeit des Internets angewandten Technik, um die Suchmaschinen hinsichtlich des Inhalts einer Webseite zu täuschen.

Grundlage dabei ist, mittels geeigneter Techniken zu erreichen, dass der Roboter der Suchmaschine eine völlig andere Webseite zu lesen bekommt, als der menschliche Besucher. Diese Idee ist aufgrund der Tatsache entstanden, dass die Suchmaschinenoptimierung immer auch eine Gratwanderung darstellt. Für den Besucher soll die Webseite einen informativen, leicht konsumierbaren Charakter haben, den Robotern der Suchmaschinen dagegen soll sie möglichst keywordoptimierte Inhalte bieten, damit die Seite später zu diesen Schlüsselwörtern so gut wie möglich in den Suchergebnissen gelistet wird.

Da sich diese Voraussetzungen in vielen Fällen kaum miteinander vereinbaren lassen, wurde das Cloaking erfunden. Das Prinzip, welches hinter dieser Technik steht, ist leicht zu verstehen: Mittels eines speziellen Skripts wird beim Aufruf der Seite automatisch ermittelt, ob es sich um einen menschlichen Besucher oder den Roboter einer Suchmaschine handelt. Im ersten Fall wird die ganz normale Webseite für den Besucher angezeigt. Sollte jedoch der Roboter einer Suchmaschine auf die Seite zugreifen, so wird dieser blitzschnell auf eine andere, speziell für ihn optimierte Seite weitergeleitet.

Wie ein solches Skript genau funktioniert, möchten wir hier nicht im Einzelnen darlegen. Nur soviel: Solche Skripte sind relativ einfach zu programmieren, da sich der Roboter einer Suchmaschine in der Regel anhand seiner Browserkennung und/oder seiner IP zu erkennen gibt.

Durch diese einfache Technik der Täuschung der Suchmaschinen konnten anfangs große Erfolge erzielt werden. Internetseiten, die Cloaking anwendeten, wurden in der Regel deutlich höher gelistet, als vergleichbare Webseiten ohne diese Technik. Wie es fast immer so ist, kamen jedoch nach und nach auch die Suchmaschinebetreiber dahinter, dass sie mittels Cloaking vielfach getäuscht wurden und damit praktisch jede beliebige Webseite – völlig unabhängig von ihrem eigentlichen Inhalt – in den Suchergebnissen nach oben gebracht werden konnte.

Die entsprechenden Gegenmaßnahmen ließen nicht lange auf sich warten. Die Suchmaschinen tarnten ihre Roboter mit anderen beziehungsweise unterschiedlichen Browserkennungen oder wiesen ihnen unterschiedliche IP-Adressen zu. Dadurch war für fast alle Cloaking-Skripte kaum noch zu erkennen, ob es sich beim Aufrufer der Seite um einen menschlichen Besucher oder den Roboter einer Suchmaschine handelt.

Entdeckte der Roboter eine Webseite, auf der Cloaking angewandt wurde, verbannte die Suchmaschine diese Webseite in der Regel komplett aus ihrem Index und kennzeichnete die dazugehörige Domain als „verbrannt“.

Die Situation heute: Während in Deutschland das Cloaking aus den genannten Gründen fast ausgestorben ist, lässt sich beispielsweise in den USA ein Revival dieses Trends erkennen. Die Cloaking-Skripte sind deutlich aufwändiger und ausgefeilter als früher, so dass der Wettlauf mit den Suchmaschinen erneut beginnt. Wir können dennoch nicht raten, diese Technik für Ihre Webseiten anzuwenden. Ein eventueller Erfolg wird allenfalls kurzfristig möglich sein, die Folgen beim Erkennen des Cloakings dafür um so gravierender.

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Serie „Black Hat SEO“ – Folge 3: Cloaking
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Über Sebastian Lörz

Sebastian Lörz
Hallo! Ich bin Sebastian und bei der arboro GmbH für alle Konzepte rund um die effektive Suchmaschinenoptimierung zuständig. Nach meiner Ausbildung zum Fachinformatiker orientierte ich mich schnell und mit großer Begeisterung in Richtung SEO. Als Leiter der Online Marketing Abteilung bin ich fast täglich an der Entwicklung neuer wirkungsvoller Strategien zur Verbesserung von Ranking-Ergebnissen beteiligt und sehe jedes neue Projekt als reizvolle Aufgabe.

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