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Zahlungsarten und Payment Provider im Onlinehandel

Die Wahl der möglichen Zahlungsarten beim Online-Einkauf ist ein Punkt, dem jeder Betreiber eines Onlineshops großes Augenmerk zuwenden sollte. Wenn User nach einem langen Einkauf feststellen, dass es für den Abschluss nicht die von ihnen bevorzugte Option gibt, so kann es schnell zum Warenkorbabbruch kommen. Um dies zu vermeiden ist es wichtig, dass Sie Ihren Kunden mehrere Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Dabei haben unterschiedliche Varianten ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile.

Welche Zahlungsartenarten bevorzugen die Deutschen?

Die beliebteste Zahlungsart im letzten Jahr war weltweit die Zahlung mit Payment Service Providern. Deutschland bildet hier keine Ausnahme. Vor allem PayPal ist sehr beliebt. Wo im weltweiten Ranking knapp dahinter auf Platz 2 die Kreditkarte folgt, ist diese Möglichkeit hierzulande etwas abgeschlagen. Stattdessen ist die Rechnungszahlung in Deutschland überaus populär. Wenig beliebt sind hingegen die Direktzahlung und die Ratenzahlung. Und Barzahlung bei persönlicher Annahme spielt so gut wie überhaupt keine Rolle.

Zahlungsoptionen 2018

Hieran lässt sich bereits statistisch erkennen, welche Zahlungsarten Sie in Ihrem Onlineshop auf jeden Fall anbieten sollten. Doch darüber hinaus sollten Sie durchaus noch weitere Überlegungen anstellen.

Die passende Zahlungsmöglichkeit auswählen: Welche Faktoren sind zu berücksichtigen?

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, Ihren Kunden einen Mix unterschiedlicher Optionen anzubieten. Dabei ist es sinnvoll, sich vor allem an Ihrer Zielgruppe orientieren. So sind die meisten Kunden, die mit Kreditkarte bestellen, über 40 Jahre alt. Führen Sie einen Shop, der sich vornehmlich an einer jüngeren Zielgruppe orientiert, so müssen Sie bedenken, dass eine Kreditkarte dort eventuell nicht so weit verbreitet ist. Auch beim Geschlecht kann es Unterschiede geben. Lastschrift ist bei Männern und Frauen zwar etwa gleich beliebt, die Kreditkartenzahlung wird hingegen von Männern bevorzugt. Dafür liegt die Rechnungszahlung bei Frauen hoch im Kurs.

Weiterhin ist die Frage, ob Ihr Shop eine nationale oder internationale Ausrichtung hat, wichtig. Bei Kunden im europäischen Ausland oder in Übersee ist die Kreditkartenoption Pflicht.

Nicht zuletzt richtet sich die Entscheidung, welche Zahlungsarten im Onlineshop angeboten werden nach der Art der Ware, die verkauft wird. Gerade bei Artikeln, die eine hohe Retourenquote aufweisen, etwa Kleidung, erweist sich die Rechnungszahlung als sinnvoll. Allerdings birgt der Rechnungskauf das größte Risiko bei Zahlungsausfall, weshalb er bei großen und sehr teuren Gütern eher nicht zu empfehlen ist. Wenn ein Shop ein weitreichendes, vielfältiges Sortiment führt, so ist es zu empfehlen, den Rechnungskauf bis zu einer bestimmten Warenkorbgröße oder für Stammkunden zuzulassen, bei denen eine gewisse Vertrauensbasis vorherrscht. Entsprechende Kriterien können in Shopware über das „Risk Management“ eingestellt werden, um dafür zu sorgen, dass der Rechnungskauf nur bestimmten Kunden angezeigt werden.

Vor- und Nachteile der beliebtesten Zahlungsarten

Zahlungsart Vorteile Nachteile
PayPal
  • Einfache Zahlung mit wenigen Klicks
  • Zahlung mit Kreditkarte oder Bankkonto (Präferenzwahl für den Käufer)
  • Unkompliziert, Geld geht ohne Verzögerungen auf das Unternehmenskonto
  • Hohe Kundenakzeptanz, Vertrauen bei Käufern
  • Zwischenschaltung von PayPal als Payment Provider, um Risiko bei Rechnung zu minimieren
  • PayPal-Gebühr für jede Zahlung, die auf das Händlerkonto eingeht
  • Kunde kann jederzeit ein  Schlichtungsverfahren wählen, dann wird der Betrag solange gesperrt, bis der Sachverhalt geklärt ist

 

Rechnung
  • Kunde kann Bestellung vor der Überweisung prüfen, daher Vertrauensbonus
  • Keine Angabe sensibler Bankdaten online, auch hier Vertrauensbonus
  • Gesicherter Rechnungskauf durch Payment Provider (Versicherung des Rechnungsbetrages, keine Zahlungsausfälle für Shopbetreiber)
  • Händler tragen hohes Risiko bei ungesichertem Rechnungskauf (Hohe Kosten bei Zahlungsausfall wegen eigenständigen Mahnungen und Inkassoverfahren)

 

Vorkasse
  • Minimales Risiko für Händler, Ware wird nach Zahlungseingang versendet
  • Geringes Vertrauen beim Käufer aufgrund schlechter Erfahrungen bei unseriösen Händlern
  • Längere Lieferzeit, da Ware erst nach Geldeingang versendet wird
Kreditkarte
  • Alte und bewähre Zahlungsmethode, die sich großer Beliebtheit erfreut
  • Optimal für große Onlineshops, die internationale Kunden bedienen
  • Viele Formalitäten für einen Kreditkartenakzeptanzvertrag, dadurch seriöse Außenwirkung
  • Aufgrund monatlicher Grundgebühren und Gebühren pro Buchung insbesondere für kleine Onlineshops nicht immer von Vorteil
Lastschrift
  • Einfache und bequeme Zahlungsart
  • Niedrige Gebühren
  • Angabe von Bankdaten im Internet, für viele Kunden nicht vertrauenswürdig
  • Einrichtung einer Schnittstelle mit der Hausbank oder Inanspruchnahme externer Dienstleister
  • Bei ungedecktem oder nicht gültigem Konto entstehen hohe Rücklastschriftgebühren
  • Kunde die Möglichkeit, bis 8 Wochen nach dem Kauf sein Geld ohne Angabe der Gründe zurück zu fordern
  • Eher sinnvoll für Stammkunden
Sofortüberweisung
  • Einfache und schnelle Überweisung ohne Aufwand
  • Günstige Gebühren für Händler
  • Übermittlung von PIN und TAN an externe Stellen, daher starke Bedanken bei einigen Käufern

Jede Art der Zahlung hat also ihre eigenen Vor- und Nachteile. Hier gilt es entsprechend, einen guten Mix unterschiedlicher Optionen zu finden, um dem Käufer eine angemessene Wahl zu lassen. Vor allem die Zahlungsarten, die aus Käufersicht bedenklich hinsichtlich der Sicherheit sind (etwa Vorkasse oder Sofortüberweisung), sollten nicht als einzige Zahlungsoptionen überlassen werden, da sonst Warenkorbabbrüche garantiert sind.

Und wie sieht es mit Nachnahme und Ratenkauf aus?

Wie aus aktuellen Statistiken hervorgeht, rangieren sowohl Nachnahme- als auch Ratenkauf bei der Beliebtheit deutscher Online-Käufer ganz unten. Kann es sich dennoch lohnen auf eine dieser Möglichkeiten zu setzen?

Ratenzahlung

Zumindest der Ratenkauf tritt im E-Commerce noch immer sehr selten auf. Er kann sich aber durchaus bei hochpreisen Produkten eignen. Dazu zählen etwa Möbel, Elektro-Artikel, Schmuck oder Lifestyle-Produkte im Luxussegment. Kunden, welche die Mittel nicht sofort aufbringen können, ersparen es sich, einen Kredit bei der Bank aufzunehmen – so wie es im stationären Handel eben gängig ist.

Was auffällt, ist der Umstand, dass diejenigen Onlinehändler, welche Ratenkauf anbieten, durchaus positive Erfahrungen gemacht haben. Dies geht aus einer Studie hervor, welche ibi research im Auftrag der Teambank (die Bank hinter easyCredit) durchführte. 74 Prozent der Händler gaben an, dass es zu höheren Warenkörben kam. 68 Prozent berichteten von einer gesteigerten Conversionsrate. Ein Großteil der Befragten geht zudem nicht davon aus, dass Ratenzahlung eine Kundschaft mit generell schlechter Bonität anzieht. 58 Prozent der befragten Käufer hingegen gaben bei der Studie an, dass sie einen Kauf in Betracht ziehen würden, wenn die Finanzierungsmöglichkeit auf Raten angeboten werden würde.

Bequemen Online-Ratenkauf bietet easyCredit an. Hier ist eine Sofortfinanzierung für Beträge von 200 € bis 5000 € möglich bei einer Laufzeit bis zu 36 Monaten. easyCredit übernimmt das Bonitätsrisiko, wodurch für Händler keine Zahlungsausfälle entstehen.

Nachnahme

Für Händler ist das Risiko bei der Zahlung per Nachnahme gering. Im schlimmsten Fall bleibt er auf den Nachnahmekosten sitzen, falls der Käufer die Annahme der Ware verweigert. Jedoch ist diese Option bei Kunden nicht gerade beliebt. Zum einen fallen die relativ hohen Nachnahmegebühren an, zum anderen entsteht das Problem, dass man eben anwesend sein muss, wenn das Paket ankommt.

Payment Service Provider verringern den Aufwand

Haben Sie sich als Onlinehändler für die passenden Zahlungsarten entschieden, sollten Sie sich noch um einen entsprechenden Zahlungsdienstleister – einen Payment Service Provider – kümmern. Dieser sorgt dafür, dass die Zahlungsvorgänge abgewickelt werden. Die großen Vorteile:

  • Einfache Integration des Providers
  • Zeitersparnis bei den Bezahlvorgängen
  • Risikoabsicherung bei Zahlungsausfällen

Der wohl bekannteste Payment Service Provider ist PayPal. Doch es gibt noch andere Dienstleister. Aber welcher ist nun der Richtige? Der wichtigste Faktor für den Kunden ist definitiv die Sicherheit beim Geldtransfer. Aus Händlersicht kommt es vornehmlich darauf an, dass die favorisierten Zahlungsarten zugelassen sind.

Wichtige Payment Service Provider im Überblick

PayPal Klarna Heidelpay BS PAYONE
  • Kreditkarte
  • Lastschrift
  • Rechnung
  • Ratenzahlung
  • Lastschrift
  • Sofortüberweisung
  • Rechnung
  • Ratenzahlung
  • Kreditkarte
  • Banküberweisung
  • Lastschrift
  • E-Wallet
  • Nachnahme
  • Rechnung
  • Prepaid-Karte

Insgesamt bietet heidelpay 200 Zahlungsarten an

  • Kreditkarte
  • Banküberweisung
  • Lastschrift
  • E-Wallet
  • Nachnahme
  • Rechnung

Insgesamt bietet BS PAYONE 150 Zahlungsarten an

Transaktionskosten für Händler, max. 2,49% + 0,35 €

Keine Monatsgebühr

1,69 € + 3,25% bei Rechnungskauf, 3,0% bei Ratenkauf Variierende Setup- und Monatsgebühren (individuelle Beratung auf Nachfrage) Setup-Gebühr und monatliche Gebühr
Weltweit
  • Deutschland
  • Österreich
  • Schweiz
  • Skandinavien
  • Belgien
  • Frankreich
  • Osteuropa
Weltweit Deutschsprachiger Raum

Zahlungssysteme der Zukunft – von Google, Amazon und Apple

Neben den allseits bekannten Zahlungsarten und Zahlungsdienstleistern sind einige weitere Optionen bekannter Marken im Kommen. So bietet nicht nur Google sein eigenes Zahlungssystem speziell für mobile Endgeräte an, auch Amazon und Apple entwickeln ihre eigenen Möglichkeiten, um Zahlungsvorgänge möglichst einfach zu vollziehen. Das hat auf jeden Fall den Vorteil, dass sich Händler unabhängiger von PayPal machen, als Provider nimmt PayPal eine dominante Marktposition ein.

Amazon Pay

Amazon Pay ist der offizielle Online-Bezahldienst von Amazon und steht jedem offen, der ein Amazon-Konto führt. Mehrere hundert Millionen Menschen weltweit können diese Option entsprechend einfach nutzen. Der große Vorteil: Kunden, die auf Drittseiten einkaufen, welche Amazon Pay als Zahlungsvariante anbieten, müssen sich nicht mehr extra ihre Kontodaten eingeben, sondern loggen sich beim Zahlungsvorgang in ihr Amazon-Konto ein. Die dort hinterlegten Kreditkarten- oder Debitkartendaten werden für die Zahlung genutzt. Dabei werden die gleichen Sicherheitsstandards gesetzt wie beim Einkauf auf Amazon selbst. Da Amazon als Marke eine hervorragende Reputation genießt und viele Menschen dort regelmäßig einkaufen, profitieren Sie als Händler, der diese Zahlungsvariante anbietet, von einem hohen Vertrauensbonus der Kunden. Die Integration von Amazon Pay gestaltet sich für alle Shopsysteme als überaus einfach. arboro ist außerdem Amazon Pay Partner und integriert diese Zahlungsart auf Wunsch gerne in die Shopware Shops seiner Kunden.

Google Pay

Nach der Einführung 2015 lange Zeit nur in den USA verfügbar, ist Google Pay in Deutschland erst seit dem Juni 2018 auf dem Markt. Das System klingt visionär: Das Smartphone wird zur Kreditkarte, die Karte selbst bleibt zuhause. Google Pay ist ein Zahlungssystem, das den Fokus auf Mobile-Payment legt und speziell für die Anwendung auf Android-Geräten entwickelt wurde. Mit dem Zahlungsdienstleister ist es möglich, in hunderten von APPs zu bezahlen. Gerade, weil der Bereich „mobile Website“ immer wichtiger wird und immer mehr Menschen auf mobilen Endgeräten einkaufen, erweist sich dieses System für Kunden als äußerst attraktives Zahlungssystem.

Ebenso praktisch: Verkäufer, die neben einem Onlineshop noch ein stationäres Ladengeschäft führen, können Google Pay auch dort nutzen – und zwar für das kontaktlose Zahlen. Das bedeutet, dass der Käufer sein Handy einfach an das Karten-Terminal an der Kasse hält und schon erfolgt der Transfer. Bei Beträgen ab 25 € muss aus Sicherheitsgründen das Smartphone entsperrt werden. Apropos Sicherheit: Die hinterlegten Daten werden weder auf dem Smartphone noch beim Verkäufer gespeichert.

Um den Zahlungsdienstleister nutzen zu können, muss zuerst die entsprechende APP heruntergeladen und mit dem Google-Konto verknüpft werden. Nutzer hinterlegen ihre Kreditkartendaten, wobei die entsprechenden Kreditinstitute – zumindest für das kontaktlose Bezahlen – eine Kooperation mit Google eingehen müssen. Das wären die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg, Comdirect und N26 Direktbank. Alternativ können auch die PayPal-Daten hinterlegt werden. Weitere Institute folgen sicherlich.

Apple Pay

Apple Pay lässt ich im Prinzip mit Googles mobilem Zahlungsdienst vergleichen, nur ist Apples Lösung speziell für die hauseigenen Geräte gedacht. Was jedoch zu sagen ist, ist dass dieser Dienst erst im November 2018 in Deutschland zur Verfügung steht. Entsprechend ist er noch nicht weit verbreitet und es gibt wenige Bankinstitute, welche ihn unterstützen. Allerdings stehen schon konkrete Pläne für weitere Expansionen fest, sodass man Apple Pay sicherlich im Blick haben sollte.

Payment Plugins für Shopware

Die Integration der meisten Payment Service Provider gestaltet sich als überaus einfach. Auch in das Shopware Shopsystem können mit entsprechenden Plugins verschieden Zahlungsanbieter wie Heidelpay, PayPal, BS PAYONE oder Klarna integriert werden. Die Zugangsdaten können im Shopware Backend ebenso hinterlegt wie die gewählte Zahlungsvariante. Im Standard von Shopware befinden sich gleich acht verschiedene Zahlungsanbieter. arboro ist offizieller PayPal Partner, Amazon Pay Partner, Heidelpay Partner sowie BS PAYONE Partner und installiert bzw. konfiguriert gerne diese Zahlungsarten für Sie.

Die Wahl ist keine Qual: auf eine gute Mischung an Zahlungsarten setzen

Die richtigen Zahlungsoptionen für Ihren Onlineshop tragen maßgeblich dazu bei, Warenkorbabbrüche zu reduzieren – das sollten Sie nicht unterschätzen. Nicht jeder Kunde bevorzugt die gleichen Optionen und zwischen unterschiedlichen Zielgruppen entstehen unterschiedliche Zahlungspräferenzen. Wichtig ist daher, dass Sie auf einen guten Mix wichtiger Zahlungsmöglichkeiten setzen und verschiedene Vorlieben abdecken.

Man darf natürlich gespannt sein, wie sich die Zahlungsdienstleister künftig noch entwickeln und was sie für Möglichkeiten anbieten. Vor allem die mobilen Dienste von Apple und Google werden in Zeiten, in denen der Kauf über mobile Endgeräte immer mehr an Bedeutung gewinnt, noch einiges an Potenzial entfalten.

Über Christian Mutzel

Christian Mutzel
Hallo! Mein Name ist Christian und ich bin bei arboro in der Content-Abteilung tätig. Während meines marketingtechnischen Studiums habe ich als begeisterter Schreiberling meine Leidenschaft für das Content-Marketing entdeckt. Bei arboro kümmere ich mich um die Erstellung unterschiedlicher Texte für Kundenprojekte. Darüber hinaus verfasse ich Artikel für den firmeneigenen Blog. Dabei ist es mein Ziel, dass alle Texte – ob werberisch oder redaktionell – die Ansprüche der Suchmaschinen erfüllen und gleichzeitig ein Lesevergnügen für User darstellen.

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